Altes Rathaus

Das alte Rathaus von Minsk existiert seit dem 16. Jahrhundert.  Die Stadt war eine der mächtigsten Städte des Großfürstentums Litauen, weshalb sie im Jahr 1499 vom litauischen Großfürsten Alexander Jagellon die Magdeburger Recht erhielt. Dies bedeutete, dass die Geschicke der Stadt nicht mehr vom Fürsten, aber vom Magistrat, d.h einer Stadtverwaltung bestimmt wurden. Die Stadt erhielt zu der Zeit auch ihr Stadtwappen. Damit Minsk seinem neuen Titel auch gerecht zu werden konnte, entschied der Magistrat sich dazu ein Rathaus zu bauen. Das erste aus Holz erbaute Rathaus wurde durch einen Brand zerstört, einige Jahre später wurde es aus Stein wiederaufgebaut.

Das Gebäude beherbergte auch das Amtsgericht und ein Archiv. In den 1830er Jahren war hier eine Musikhochschule, später auch ein Theater mit Aufführungen in Russischer, Polnischer und Ukrainischer Sprache.

Doch das Rathaus und seine Vergangenheit mit dem Verweis auf die Magdeburger Stadtrechte gefiel nicht Allen. Nachdem Minsk in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Teil des russischen Reiches geworden war, wurde das Rathaus 1851 durch ein von Zar Nikolaus I erlassenes Dekret zerstört. Der Zar wollte damit verhindern, dass das Gebäude als Symbol die Menschen in Minsk an die Magdeburger Rechte und an mehr Unabhängigkeit erinnerte. 

2004 wurde das Rathaus an gleicher Stelle nach historischen Zeichnungen und Gemälden wieder rekonstruiert. Das Gebäude dient heute für kleinere Aufführungen und beeinhaltet auch einen Sitzungssaal. Im Erdgeschoss des alten Rathauses ist heute ein Stadtmuseum untergebracht. 

Im Keller des Gebäudes war vor ein paar Jahrhunderten ein Gefängnis, heute ein gibt es dort einen Tagungsraum.

 

Minsk Rathaus auf dem Platz entfernt. Freiheit, 2A.

Telefon: + 375-17-321-24-30.

Öffnungszeiten: Samstag, 12,00-15,00, Montag - Freitag - obligatorische Vorab-Registrierung.


Orthodoxe Heilig-Geist Kathedrale

Die orthodoxe Heilig-Geist Kathedrale ist aufgrund ihrer Lage das vielleicht einprägsamste Gebäude der Altstadt und der Vorplatz mit seinen zum Fluss hinführenden Treppen besonders im Sommer ein beliebter Treffpunkt.  Sie ist die wichtigste orthodoxe Kirche in Belarus und beherbergt eine wichtige Ikone der Mutter Gottes. Die Kirche wurde 1642 ursprünglich als katholische Kirche des Bernhardiner Ordens erbaut, welche wiederum den Franziskanern zugehörig waren. Nachdem Belarus Teil des zaristischen Russlands geworden war, wurde das katholische Kloster 1852 aufgelöst, die Kirche selbst wurde der orthodoxen Kirche übertragen. 

Nach der Oktoberrevolution 1917 bis in die 50er Jahre teilweise geschlossen, dient die Kathedrale der orthodoxen Gemeinde heute wieder als Kirche.


Katholische Mariä-Namen-Kathedrale

Die katholische Mariä-Namen Kathedrale ist heute Sitz des Erzbistums Minsk und wurde 1710 von Jesuiten erbaut. 1869 wurde die Diozöse geschlossen und 1917 wieder eingerichtet, um dann 1934 wieder geschlossen zu werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg zum Teil beschädigt und wiederaufgebaut, wurden 1951 die beiden Glockentürme der Kirche zerstört, während das Kirchenschiff als Sporthalle umfunktioniert wurde. Anfang der Neunziger wurde die Kirche ihrer eigentlichen Funktion zurückgeführt, die beiden Kirchentürme wurden wiederaufgebaut und das innere der Kirche wurde nach alten Plänen wieder von Grund auf wiederhergestellt. Von der Qualität dieser Restaurierung kann man sich bei einem Besuch selbst überzeugen.